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Bob Lakermann, Jahrgang 1973, gehört zu den herausragenden und originellsten Stimmen der so genannten goldenen Ära des deutschsprachigen Rap. Mit seiner Crew Königsdorf Posse verlegt er Mitte der Neunziger die Freestyle-Sessions vom Ende des Abends an den Anfang. Bekennender Querkopf und Querdenker verweigert er sich den kommerziellen Tendenzen der Hip-Hop-Szene. 1996 verkauft er seine Debut-EP „Wenn der Poet spricht“ konsequent nur persönlich auf Jams, und allein sein Mentor Gerd Gummersbach (Riddim) darf in seinem legendären Plattenladen „Music Works“ ein paar wenige Exemplare unter die Leute bringen. Doch die gelangen in die richtigen Hände, so dass Bob 2000 beispielsweise mit Eberhard Schoeners „Virtopera“ neben Helen Schneider und Dieter Meier um die Welt tourt. Dass der Poet nicht auf den überfüllten Zug mit Battle- und Straßenrap aufspringt, ist klar. Bob passt sich nicht an. Bob bleibt hardcore. Er bewahrt seine künstlerische Integrität und schreibt im Untersten Untergrund (Titel eines wichtigen Königsdorf-Posse-Songs) weiter Texte, gibt Workshops und nimmt ganze Alben auf, die er nicht veröffentlicht. Als Moderator und DJ seiner eigenen Show schöpft er aus einem Vierteljahrhundert als Plattensammler, Rapper und Poet.